< Prämierte Vorwissenschaftliche Arbeit
08.07.2017 13:19 Alter: 101 days

Die Europaklasse – Europäische Geschichten


Schon vor 8.00 Uhr tauchte am Montag, den 3. Juli eine Gruppe von 22 SchülerInnen mit ihrem Klassenvorstand Philipp Wolf vor der Dachgalerie im Montforthaus auf. An diesem Vormittag war ein Schwerpunkt „Europäische Geschichten“ mit der Geschichtenerzählerin Sabine Graber geplant Dazu mussten noch die letzten Vorbereitungen getroffen werden. Die Räumlichkeiten waren aber wunderbar geeignet für die unterschiedlichen Spiel- und Dialogformate. Die „Europahymne“ mit Pausentaste diente als Aufwärmrunde, um Schuhgrößen und Essensvorlieben der SchülerInnen untereinander auszutauschen. Das „Speeddating“ über Europa forderte 13 PartnerInnen auf, sich im Dialog über die Fragen zu unterhalten: Was hört ihr über Europa? Was fällt Euch auf?

Ein Höhepunkt aber waren sicherlich die zwei „Europäischen Geschichten“ von Sabine Graber. Sie zeigte mit ihren Erzählungen auf, wie vielfältig diese Geschichten sein können: Hans Kuhschwanz kam von der Bazora und traf sein Glück in Feldkirch, Nasredin Hodscha reparierte mit seinen Freunden eine Dorfstraße in der Türkei und aß dazu sein ungeliebtes Marmeladebrot. Die Darbietung der Geschichten war wunderbar theatralisch gestaltet, die Spannung war greifbar, die SchülerInnen hörten gebannt zu.

Im Anschluss daran entwickelten die SchülerInnen im Rahmen eines „Europacafes“ in Gruppen zu vier oder fünf Personen ihre eigenen Geschichten zu Europa. Mit der Unterstützung von Sabine Graber erarbeiteten sie sehr engagiert eine wirkungsvolle Inszenierung ihrer Ideen, was die anschließende Präsentation aller Geschichten zu einem besonderen Erlebnis machte: Vom Märchen über eine Königin und Einhorn, das die Botschaft „Seid glücklich“ verbreitete, der Geschichte vom Europäischen Hund, dem Mädchen, das partout nicht essen wollte, oder dem Bauern Herbert mit seiner Kuh reichten die phantasievollen Beiträge.

In der anschließenden Diskussionsrunde über Europa wurde an diese Geschichten angeknüpft und heftig über artgerechte Kuhhaltung in Europa (jeder Kuh genug Platz), die Abschaffung undemokratischer Königinnen (nein, die braucht es nicht, Volk wählt), die gestrige und vollkommen altmodische Verteilung traditioneller Geschlechterrollen (das war damals, in Europa können Frauen auch studieren), Armut in Europa und seine Bekämpfung (Essen nicht wegschmeißen, Kleidung weitergeben …) sowie notwendige Bemühungen um die Verbesserung des österreichischen Fußballs in Europa (keine Lösung) diskutiert.

In der Feedbackrunde wurde vor allem das Theaterspielen gelobt, aber der ganze Vormittag fand großen Anklang. Für die Zukunft der Begegnungen der Europaklasse wurden auch Themenwünsche geäußert: Geschichte Europas, Theaterprojekt, Fußball / Sport, Experiment / Naturwissenschaften, Verschiedene Kulturen, Philosophieren, Tiere.

Der Filmemacher Ulrich Schwendinger begleitete die gesamte Veranstaltung und wird für das Projekt vorerst einen Trailer produzieren.

Sabine Benzer und Frauke Kühn