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23.10.2021 16:48 Alter: 299 days

Exkursion der Klassen 8c und 9m zum Kernkraftwerk Gösgen


Die Fachschaft Physik bietet den Schülerinnen und Schülern der höheren Klassen regelmäßig die Besichtigung eines Kernkraftwerkes an. Nach coronabedingtem Ausfall in den vergangenen beiden Jahren konnte dieses Jahr erstmals wieder eine Exkursion durchgeführt werden. Vergangenen Donnerstag machten sich somit 44 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8c und 9m, begleitet von Prof. Fitz und Prof. Brüser, auf den Weg ins Kernkraftwerk Gösgen in der Schweiz. Mit einer Entfernung von ca. 180 km ist es – neben Beznau – das nächstgelegene Kernkraftwerk zu Vorarlberg. 1979 in Betrieb genommen, ist es eins der älteren Kernkraftwerke. Das älteste noch in Betrieb befindliche Kernkraftwerk ist das in Beznau (seit 1969), ebenfalls in der Schweiz gelegen.

Nach ihrer Ankunft wurden alle Teilnehmenden zunächst einer 3G-Kontrolle unterzogen. In Kleingruppen von ca. 7 Personen, begleitet durch jeweils einen Guide, und nach Passieren der Sicherheitsschleuse (vergleichbar mit der an einem Flughafenterminal) gab es dann einen Rundgang durch die Kraftwerksanlage. Nach unserem ersten Stopp am Kontrollraum ging es – mit Ohrstöpseln ausgerüstet – in die Turbinenhalle. Angetrieben durch eine Hochdruck- und drei Niederdruckturbinen wird dort Strom mit einer Leistung von ca. 1060 Megawatt produziert. Ca. 1/7 des schweizerischen Energieaufkommens werden hiermit abgedeckt.

Im Außenbereich ging es dann weiter zum Kühlturm, in dem pro Sekunde ca. 5 t Wasser verdunsten, und zum Kalkabscheider. Nur wenige Meter am Reaktorgebäude vorbei gelangt man dann zu den Notstromaggregaten und zum Gebäude mit den Abklingbecken. Die Notstromaggregate wurden in den letzten Jahren infolge Fukushima um mehrere Einheiten erweitert. Sie sollen im Notfall für eine Aufrechterhaltung der Reaktorkühlung sorgen. Die Abklingbecken nehmen ausgebrannte Brennstäbe auf, bevor diese in ein noch festzulegendes Tiefenlager in der Schweiz gelangen.

Beim anschließenden Rundgang durch das Besucherzentrum konnten sich alle nochmals einen Überblick über die Technologie verschaffen. Die Guides standen für Fragen bereit und erklärten die Details engagiert und auf anschauliche Art und Weise. Bei einer großzügigen Jause, gesponsert durch das KKW-Team, fand die Besichtigungstour ihren Abschluss.

Es gab viel zu sehen, viel zu fragen, viel zu hinterfragen. Angesichts der viel diskutierten Energiewende ist es für uns Lehrerinnen und Lehrer sehr wichtig, dass sich die Schülerinnen und Schüler – neben der Erarbeitung der Grundlagen und der Theorie im Unterricht – auch „vor Ort“ einen Eindruck von der Technologie und der Nutzung der Kernenergie verschaffen und für sich kritisch reflektieren.

Es war ein erlebnisreicher Tag. Mit vielen Eindrücken im Gepäck und etwas müde ging es dann auf die Rückfahrt nach Feldkirch.

Prof. Winfried Brüser und Prof. Christoph Fitz