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12.03.2020 18:00 Alter: 26 days

Exkursion ins Jüdische Museum


Nur noch wenige Zeitzeugen gibt es, welche über die Shoa, wie der Holocaust oft unter Zeitzeugen genannt wird, berichten können.

„Ende der Zeitzeugenschaft?“, so lautet die derzeitige Ausstellung im Jüdischen Museum in Hohenems. Wir, die Schülerinnen und Schüler der 7a-Klasse, durften diese mit Herrn Professor Wüstner im Rahmen einer interaktiven Führung besuchen.

Gleich zu Beginn der Ausstellung findet man einen Stuhl mit Mikrofon, welcher eine Interview-Situation mit einem Zeitzeugen darstellt. Über mehrere Stunden Videomaterial prägen die außergewöhnliche Sammlung, welche in den darauffolgenden Räumlichkeiten gezeigt wird.

Das Repertoire reicht von Interviews mit KZ-Häftlingen direkt nach der Befreiung, geführt von Soldaten, bis hin zu Quellen einzelner Dokumentar- und Spielfilme, welche in den 70er Jahren als Unterhaltung im Fernsehen ausgestrahlt worden sind.

Die meisten Videointerviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wurden jedoch erst anfangs der 70er Jahre aufgenommen.

Warum wurden die überlebenden Opfer nach dem Krieg so lange ignoriert? Warum ist in der Gesellschaft erst so spät über die Shoa gesprochen worden? Können die Videos, welche so viele Jahre später aufgenommen worden sind, die Geschehnisse, welche den Opfern widerfahren sind, in voller Wirkung realistisch wiedergegeben? Wie werden wir in Zukunft mit der Erbschaft der Videointerviews der Holocaust-Überlebenden umgehen?

Diese Fragen begleiteten uns den ganzen Nachmittag, obwohl sie auch zugegeben nur teilweise beantwortet werden konnten.

Die Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?” hinterfragt die Produktion der Überlebenden-Interviews und ihre gesellschaftliche Rolle seit 1945, so die Projektleiter im Jüdischen Museum.

Sophia Marte und Thomas Willam, 7a