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11.06.2020 12:00 Alter: 25 days

Wienwoche-Bericht


Am Sonntag, den 26.02.2020 trafen sich alle vierten Klassen des GYS Feldkirch um 11 Uhr am Bahnhof Feldkirch. Von dort aus fuhren wir mit dem Railjet nach Wien. Die gut sechststündige Zugfahrt verging wie im Flug. Wir hatten sehr viel Spaß und zudem gute Musik, die bei uns für Begeisterung sorgte, allerdings den Lehrern nicht sonderlich viel Freude bereitete. In Wien angekommen, begaben wir uns zunächst zu unserer Jugendherberge, die nur fünf Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt war, und befreiten uns dort von unserem Gepäck. Nachdem wir die Betten bezogen hatten, durften wir in 4er-Gruppen die Stadt erkunden, um uns so einen ersten Eindruck von Wien zu machen.

Am nächsten Tag fuhren wir mit der U-Bahn zur Kaisergruft und Schatzkammer. In der Schatzkammer erhielten wir eine sehr lehrreiche Führung von einer Stadtführerin, die uns nicht nur die wertvollen Schätze Österreichs zeigte, sondern uns mit interessanten geschichtlichen Informationen bereicherte. Auch die Besichtigung der Kaisergruft mit den Särgen von historisch bedeutenden österreichischen Persönlichkeiten, von denen man zuvor nur im Geschichtsunterricht gehört hatte, war ein besonderes Ereignis. Vor allem die Aufmachungen der Särge mit ihren prunkvollen Verzierungen und beeindruckenden Ausmaßen, insbesondere der riesige Sarg von Maria Theresia, faszinierten uns. Bevor es dann wieder zur Unterkunft ging, durften wir die Stadt auf eigene Faust erkunden. Gegen Abend machten wir uns dann elegant gekleidet, die meisten Mädchen im Kleid und die Jungs in Anzug oder Hemd, auf in Richtung Staatsoper. Dort sahen wir uns die Operette „Die Fledermaus“ an, was ein schöner und amüsanter Abschluss des ersten Tages war.

Der zweite Tag der Wienreise sollte für uns nach einem leckeren Frühstück in kompletter Dunkelheit starten. Im „Dialog im Dunkeln“ hatten wir die Möglichkeit, in einem dunklen Raum eine Stunde lang nachzuvollziehen, wie es sich anfühlt, nichts sehen zu können. So führte uns ein Blinder durch einen riesigen Raum, in dem viele Herausforderungen zu meistern waren, die für Blinde im Alltag selbstverständlich sind. Dieses Erlebnis war für uns ein Highlight der Woche. Am Nachmittag fuhren wir dann zum Tierpark Schönbrunn. Wir hatten zwei Stunden Zeit, um uns die verschiedenen Tiere anzusehen. Besonders in Erinnerung blieb uns das kleine Eisbärbaby. Anschließend durften wir frei durch die Stadt flanieren, was mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Ein weiterer durchaus interessanter und cooler Programmpunkt am Abend war dann „Time Travel“. Durch moderne Technik und unterschiedliche Tricks und Ideen, wie 5D-Kino, Laser-Effekte und Animatronic-Shows, wurde uns die Geschichte Wiens nähergebracht. Dabei hatte man das Gefühl, die Geschichte der Stadt noch einmal hautnah mitzuerleben. Diesen Programmpunkt kann man jedem Wienbesucher nur weiterempfehlen. Hungrig und zufrieden gingen unsere Sushi-Liebhaber anschließend Sushi essen, während der andere Teil Pizza beim Italiener bevorzugte.

An unserem dritten Vormittag in Wien konnten wir den Stephansdom sowohl von innen als auch von außen bestaunen und uns über seinen Baustil informieren. Danach besichtigten wir den Prunksaal und die Nationalbibliothek. Nach einem stärkenden Mittagessen „Im Schnitzelwirt“ oder „Vapiano“ trafen wir uns pünktlich vor dem „Kino zum Anfassen“. Wir lernten durch zwei erfahrene und lustige Kinoexperten viel Neues über die Geschichte des Kinos. Dabei konnte man bei einem Quiz eine Tüte Popcorn gewinnen. Nach diesem unterhaltsamen Programmpunkt durften wir den restlichen Nachmittag zusammen mit unseren Freuden in der „Mariahilfer-Straße“ shoppen gehen. Passend zu dem Thema „Kino“ schauten wir uns am Abend im Apollo-Kino den Film „Nightlife“ an.

Am Donnerstag begann unser Vormittag mit einer sehr interessanten Führung im „Heeresgeschichtlichen Museum“. Wir lernten viel Neues über Europa und die Weltkriege. Hin und wieder konnten wir mit unserem geschichtlichen Wissen glänzen. Besonders begeistert hat uns, dass wir uns originale Waffen und Kriegsausrüstung des Ersten Weltkriegs ansehen konnten. Gegen Ende dieser Führung war allerdings der Großteil unserer Klasse froh, dass diese nun vorbei war und wir wieder frei durch die Stadt flanieren durften, bevor es zum Essen ins Hostel „A&O“ ging. Nach einer stärkenden Mittagspause fuhren wir mit der U-Bahn zum „Technischen Museum“. Das „Technische Museum“ informiert sehr anschaulich und interessant und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, selbst Experimente durchzuführen. Diese Kombination hat uns allen sehr gefallen. Den letzten Abend in Wien verbrachten wir im „Escape Room“. In kleinen Teams versuchten wir, knifflige Rätsel zu lösen, wobei es manchen Gruppen leichter und manchen schwerer fiel. Als wir wieder in unseren Zimmern im Hostel waren, ließen wir nochmals die schönen Momente der Wienwoche Revue passieren.

Am Freitagmorgen frühstückten wir zum letzten Mal alle zusammen im Hostel, bevor wir zum Hauptbahnhof aufbrachen. Gegen Abend kamen wir glücklich und erschöpft wieder in Feldkirch an, wo uns unsere Eltern schon erwarteten.

Obwohl die Begeisterung der Klasse, im kalten Wintermonat Februar nach Wien zu reisen, anfangs alles andere als groß war, sind wir im Nachhinein sehr dankbar, denn Tage später wäre diese schöne Wienwoche nicht mehr möglich gewesen. Als am Mittwoch in der Wienwoche die ersten Corona-Zahlen aus Wien bzw. Österreich gemeldet wurden, waren uns allen die gravierenden Folgen der Corona-Pandemie noch nicht bewusst. Erst jetzt haben wir realisiert, was wir für ein riesiges Glück hatten, die vierte Klasse mit einem so schönen Erlebnis abschließen zu dürfen. Wir haben unfassbar schöne Momente zusammen erlebt, die unsere Klassengemeinschaft noch mehr gestärkt haben. Im Namen unserer Klasse möchten wir uns bei Herrn Professor Philipp Wolf und Frau Professor Susanne Dalpra bedanken, die uns eine so tolle Wienwoche ermöglicht haben.

Ella Taenzer und Marie Schnetzer (4b)

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