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14.06.2020 13:10 Alter: 54 days

Prämierung der Vorwissenschaftlichen Arbeit „Mikroplastik in der Ill“


Die Präsentationen der Vorwissenschaftlichen Arbeiten der MaturantInnen konnten am Gymnasium Schillerstraße heuer aufgrund der „Corona-Pandemie“ nicht stattfinden. Somit war es den SchülerInnen leider nicht möglich, ihre oftmals ausgezeichneten Arbeiten, in die sie viel Zeit und Mühe investiert haben, in einem würdigen Rahmen vorzustellen. Prämierungen für besonders gelungene Arbeiten fanden und finden aber dennoch statt.

Die VWA von Florian Steinhauser zum Thema „Mikroplastik in der Ill“ ist von der Gesellschaft Österreichischer Chemiker mit dem „VCÖ-Sonderpreis für die beste umwelttechnische Arbeit“ ausgezeichnet worden ist. Eine Jury, bestehend aus AHS-LehrerInnen und UniversitätsprofessorInnen, ermittelte österreichweit 5 Hauptpreisträger, 3 Sonderpreisträger und 8 Ehrenpreisträger. Haupt- und Sonderpreisträger werden in einer feierlichen Veranstaltung durch die Gesellschaft Österreichischer Chemiker, den Fachverband der Chemischen Industrie, den Verband der ChemielehrerInnen Österreichs (VCÖ) und das Bildungsministerium im September in der Wirtschaftskammer in Wien geehrt.

Florian Steinhauser hat mit seiner VWA „Mikroplastik in der Ill“ wissenschaftliches Neuland betreten und einen quantitativen und qualitativen Nachweis über das Vorkommen von Mikroplastik in der Ill gegeben, eine Leistung, die berechtigterweise als beste umwelttechnische Arbeit ausgezeichnet wurde.

Bei der Probenentnahme und Analyse wurde Florian dankenswerter Weise vom Umweltinstitut in Bregenz unterstützt und konnte auf deren Infrastruktur zurückgreifen.

Lieber Florian, ich gratuliere dir als Betreuer der VWA im Namen des Gymnasiums Schillerstraße zu diesem Erfolg.

Prof. Johannes Längle

 

 

 

Mikroplastik in der Ill

Plastik ist das vom Menschen am meisten produzierte Material und kommt in Form von Mikroplastik, das Plastikteilchen mit einer Größe von weniger als 5 mm darstellt, nahezu in allen Lebensbereichen vor. Es gelangt auf verschiedenen Wegen in die Umwelt und findet sich weltweit. Die Auswirkungen von Mikroplastik auf die Umwelt stellen eine gesundheitliche Gefahr für Tier und Mensch dar, die Folgen sind jedoch teilweise noch unerforscht. Um entsprechende Maßnahmen zur Reduktion von Mikroplastik in der Umwelt ergreifen zu können, muss Datenmaterial über das Vorkommen von Mikroplastik vorliegen.

Im Zuge der VWA wurden Wasserproben aus der Ill entnommen und mit drei unterschiedlichen Untersuchungsmethoden ausgewertet. Dazu wurden oberhalb von Schruns und in Feldkirch sowohl vom Gewässerrand als auch von der Flussmitte zu unterschiedlichen Jahreszeiten Wasserproben entnommen. Diese wurden einerseits enzymatisch, andererseits mit H2SO4 aufbereitet. Um die Proben auszuwerten, kamen drei unterschiedliche Untersuchungsmethoden zur Anwendung. Einerseits wurden die Proben mittels Auflichtmikroskops visuell ausgewertet, andererseits gravimetrisch vermessen. Zusätzlich wurde eine Untersuchung mittels FTIR-Mikroskops durchgeführt.

Bei der visuellen Methode mittels Zählung unter Auflichtmikroskop wurden zwischen 0,94 und 6,07 Mikroplastikteilchen pro Liter nachgewiesen. Die Ergebnisse wurden mit Hilfe des Hot – Needle – Tests verifiziert. Bei der gravimetrischen Untersuchung ergaben sich Werte von 0,45 mg Mikroplastik/m3 bis 2,22 mg Mikroplastik/m3 Wasser. Mithilfe einer weiteren Untersuchungsmethode, der FTIR – Mikroskopie, konnten zwischen 8,7 und 15 Mikroplastikteilchen pro Liter detektiert werden. Durch das FTIR – Mikroskop wurde zusätzlich die Zusammensetzung des Plastiks als Polyethylen und Polypropylen bestimmt.

Insgesamt ergaben die Messungen das hohe Aufkommen von bis zu 12,69 kg Mikroplastik pro Tag in Feldkirch, was darauf hinweist, dass die weltweite Reduktion von Mikroplastik auch in Vorarlberg zu einem priorisierten Ziel gemacht werden muss.

Florian Steinhauser