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16.06.2021 19:49 Alter: 169 days

Physik-Raritäten finden ihren Weg ins Museum


Blick in die physikalische Sammlung der Stella Matutina (vor 1938); Quelle: Blöchinger, A, Kopf, R., Profeld, D. 150 Jahre Stella Matutina, Bucher Verlag, Hohenems, 2006.

Influenzmaschine (um 1900)

Das BRG und BORG Feldkirch bzw. das Gymnasium Schillerstraße – kurz GYS – ist noch ein recht junges Gymnasium. Es existiert in der heutigen Form erst seit dem Schuljahr 2001/02. Das Gebäude ist Ende der 1960er Jahren entstanden.

Trotz dieser jungen Geschichte gibt es in der Schule viele Spuren, die auf eine längere Historie hinweisen, Stichwort Stella Matutina (lat. Morgenstern). 1856 gegründet, wardie Stella Matutina mehr als 100 Jahre das Jesuitengymnasium von Feldkirch. Es diente der Ausbildung von Schülern, die nach ihrer Schulzeit den Lehrberuf ergreifen wollten. Im Jahr 1979 wurde die Stella Matutina nach der Durchführung der letzten Matura endgültig geschlossen. Ihre Nachfolge traten die Lehrer-Bildungs-Anstalt (LBA), die Musikpädagogische Schule (Mupäd) und das BORG Feldkirch an. Einige Lehrer, die nicht dem Jesuitenorden angehörten, und mit ihnen unzählige Gegenstände aus der physikalischen und der naturwissenschaftlichen Sammlung fanden auf diese Weise ihren Weg ins BORG Feldkirch und dann in das Gymnasium Schillerstraße. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich im Gymnasium Schillerstraße, insbesondere in den naturwissenschaftlichen Kustodiaten, immer noch zahlreiche Versuchseinrichtungen und Exponate befinden, die zum Teil bis auf den Beginn des 20. Jhd. rückdatieren.

Darunter sind viele Raritäten, die einer besonderen Beachtung würdig sind. So wurde das Physik-Kustodiat des Gymnasiums im Jahr 2014 von Prof. Denoth von der Universität Innsbruck im Auftrag der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft gesichtet. Dabei kamen viele Geräte zum Vorschein, die im Unterricht i. d. R. keine Verwendung mehr finden und auch eher musealen Charakter besitzen: historische Glühlampen, Röntgen- und Kathodenstrahlröhen, Gasentladungslampen, mechanische Versuchseinrichtungen u. v. m. Damit diese Geräte nicht weiter im Verborgenen schlummern, wurden sie nun an die Vorarlberger Museumswelt in Frastanz übergeben. Dort können sie – mit vielen anderen Geräten aus dieser Zeit – im Elektromuseum besichtigt und bewundert werden. Neben dem Elektromuseum verfügt die Vorarlberger Museumswelt in Frastanz noch über sechs weitere Ausstellungen, die jederzeit einen Besuch lohnen.

Herzlichen Dank an die Museumsleitung in Frastanz, an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die unsere historischen Geräte in ihre Sammlung aufgenommen haben, restaurieren werden und zum Teil bereits ausgestellt haben.

Winfried Brüser

 

Und hier noch ein paar weitergehende Links:
Physik_Raritäten_Bericht
Physik_Raritäten_Katalog
Physik_Raritäten_Bilder
Vorarlberger Museumswelt