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06.11.2022 08:59 Alter: 26 days

Sieben fabelhafte Museumstipps


Das Wahlpflichtfach Kulturvermittlung hat im Rahmen der Langen Nacht der Museen Anfang Oktober verschiedene Museen besucht und ihre liebsten Ausstellungsräume als „Tipps“ für die Schulgemeinschaft zusammengefasst.

 

Palais Liechtenstein / Wolf-Huber-Altar, Feldkirch

Ich habe mich für das Palais Liechtenstein mitten in Feldkirch entschieden. Hier habe ich die Ausstellung des Vorarlberger Künstlers Wolf Huber besichtigt. Es war jedoch nicht die einzige Ausstellung, ebenfalls wird der „Fall Fidelis“ ausgestellt.

Wolf Huber gehört zu den bedeutendsten Künstlern zwischen Spätgotik und Renaissance. Die Exposition rund um Wolf Huber ist äußert informativ und spannend. Direkt beim Eintritt wurde mir eine Führung angeboten, was zeigt, wie engagiert die Organisatoren sind. Rundum ist es ein gelungener Besuch gewesen. Ich kann das Palais Liechtenstein sehr weiterempfehlen.

Ein Werk von Wolf Huber, das wohl jeder Feldkircher bereits gesehen hat, ist der Annenalter, der seinen Platz im Feldkircher Dom gefunden hat. Er gilt als einer der weltvollsten Kunstgegenstände, die Vorarlberg zu bieten hat.

Luis Breuss

https://www.feldkirch.at/entdecken/palais-liechtenstein

 

Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz

Das Kunstmuseum Liechtenstein – die Nummer 1 für Kunst im Fürstentum.

Das Kunstmuseum in Vaduz wurde im Jahr 2000 eröffnet. Mit dem „Weißen Würfel“, welcher als Ausstellungsgebäude für die Hilti Art Foundation dient, wurde es 2015 erweitert. In diesem wird internationale, moderne und zeitgenössische Kunst ausgestellt.

Am 30. September besuchte ich das Kunstmuseum. Am Vortag war die Vernissage der Ausstellung „Candida Höfer. Liechtenstein“. Dies ist die erste gemeinsam konzipierten Ausstellung des Museums und der Hilti Art Foundation. Im Zentrum stehen Fotografien von Candida Höfer, welche sie in Liechtenstein für diese Ausstellung aufnahm.

Zeitgleich ist auch die Ausstellung „Brian O’Doherty – Phases of the Self“ zu sehen. Sie dreht sich um sein offenes Selbst- und Rollenverständnis als Person. Der Künstler arbeitet unter Pseudonymen, um seine Möglichkeiten zu erweitern. Es werden seine konzeptuellen Frühwerke, Bücher und Zeitschriften aus seinem kunstkritischen und literarischen Schaffen ausgestellt.

Das Museum ist sehenswert, und zwar nicht nur wegen der ausgestellten Kunst, sondern auch wegen der Architektur, die mitten im Städtle kaum zu übersehen ist. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, sollte bei der Haltestelle Vaduz Post aussteigen.

Anna Frick

https://kunstmuseum.li

 

Heimatmuseum, Schruns

Das Montafoner Heimatmuseum in Schruns ist eines der ältesten seiner Art im ganzen Alpenraum. Im 1. Stockwerk befindet sich eine Dauerausstellung über Trachten sowie die traditionelle Einrichtung von Montafoner Häusern, beispielsweise ein Schlafzimmer, eine Schulklasse oder eine Küche.

Im 2. Stockwerk befindet sich eine Sonderausstellung über Medizingeschichte(n) im Montafon. Hier wird über Personen, bestimmte Heilpraktiken, Krankheiten im Montafon und Geschichten dazu erzählt. Außerdem beleuchtet die Ausstellung verschiedene Institutionen der Krankenversorgung im ländlichen Raum, und zwar von der frühen Neuzeit bis ins 21. Jahrhundert. Diese Ausstellung ist noch bis zum 18.06.2023 zu sehen.

Im Erdgeschoss ist außerdem die ehemalige Zelle des Bezirksgerichts, in der Frauen in den 1930er und 1940er Jahren eingesperrt worden sind, zu sehen. Darin wird nun das Thema „Zwangsarbeit im Montafon“ behandelt. In dieser Zelle wurden während der NS-Zeit auch zahlreiche Zwangsarbeiter eingesperrt.

Ich fand die gesamte Ausstellung sehr spannend, da man die Traditionen des Montafons genauer kennen lernt. Vor allem hat mir aber die „Medizingeschichte(n)“-Ausstellung gefallen, da man vieles gesehen und erfahren hat, von dem man vorher überhaupt nichts gewusst hat.

Sarah Greiner

https://www.montafon.at/.../Montafon-A-Z/Montafoner-Heimatmuseum

 

Artenne, Nenzing

„Artenne, der 180 Jahre alte Stadel für die Kunst.“

Die Artenne ist Plattform für Kunst- und Kulturprojekte im ländlichen Raum. Dazu wurde der Wirtschaftstrakt eines 180-jährigen Bauernhauses umgebaut.

Als ich in der ORF Lange Nacht der Museen die Artenne besuchte, gab es gerade die Ausstellung „Wenn Material zur Form wird“. Bei dieser Ausstellung (04.09.-09.10.2022) wurde gezeigt, wie vielseitig die Gestaltungsmöglichkeiten mit den unterschiedlichsten Materialien sein können. Die 17 KünstlerInnnen transformierten die Sinnzusammenhänge und regen zu Denkanstößen an.

Die Artenne hat mittwochs und sonntags von 16:00 bis 19:00 Uhr geöffnet und bietet außerdem viele verschiedene Veranstaltungen an.

Meiner Meinung nach hat die Artenne, im Gegensatz zu den großen Museen, eine viel gemütlichere Atmosphäre, die natürlich durch den Hintergrund des Bauernhauses bestärkt wird. Es war auf jeden Fall eine Abwechslung und ich würde es jedem empfehlen, sich die Ausstellungen anzusehen.

Sarah Grinschgl

https://www.artenne.at

 

AllerArt Galerie, Bludenz

Waren Sie schon einmal in der Galerie allerArt?

Die Galerie in Bludenz befindet sich bei der Remise und wird vom gleichnamigen Verein allerArt seit 1988 im Ganzjahresbetrieb genützt. Die zentrale Aufgabe der Galerie besteht in der Näherbringung von zeitgenössischer Kunst. Der Verein versteht sich selbst als eine Art Förderung von Kunst und Kultur in der Region Bludenz.

Derzeit werden Plastiken von Kurt Spitaler, einem Kärntner Bildhauer und Skulpturenkünstler, ausgestellt. In seinen Arbeiten verwendet Spitaler alltägliche Dinge, wie zum Beispiel einen Kanister, und stellt sie durch Vernähen, Verschrauben, Verspannen oder Verbiegen in ein neues Licht.

Der weiße Raum der Galerie ist aber nicht nur Schauplatz für zeitgenössische Kunst. Die Galerie allerArt öffnet auch immer wieder ihre Türen für zum Beispiel schon verstorbenen Künstler aus dem Ländle. Somit bietet die Galerie für jeden etwas.

Emilia Kirisits

https://allerart-bludenz.at

 

Jüdisches Museum, Hohenems

„Man wird mit mir anstellen, was man will“ – Jean Améry. Mehr zu diesem Zitat gibt es im Jüdischen Museum in Hohenems.

Das Jüdische Museum in Hohenems ist in der Villa Heimann-Rosenthal beheimatet. Es erstreckt sich über drei Etagen, wovon die oberen zwei eine Dauerausstellung zeigen und das Untergeschoss immer wechselnde Sonderausstellungen. Die Villa wurde von der Textilfabrikanten-Familie Rosenthal erbaut.

Im ersten Stockwerk geht es um die Juden in Hohenems. Es wird über das Leben vieler jüdischer Persönlichkeiten erzählt, darunter Salomon Sulzer, über den es ein eigenes Zimmer gibt. Auch die Ansiedlung der Juden in Hohenems wird thematisiert. Weiters erfährt man vieles über jüdische Traditionen, Feiertage und Rituale. Am Ende des Rundgangs wird auch der Beginn der Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg thematisiert.

Die oberste Etage behandelt das Thema „Nationalsozialismus und Judenverfolgung“. Es gibt sehr viele Dokumente aus der damaligen Zeit zu begutachten, aber auch Fotos und Schmuck sind ausgestellt. Sehr interessant sind die Fotos und Berichte vom jüdischen Viertel, es wird auch im Zuge eines Vergleichs gezeigt, wie sich das Viertel im Laufe der Jahre verändert hat. Auch die Konzentrationslager werden thematisiert, hierzu findet sich auch ein berührendes Zitat von Jean Améry aus dem Film „Die Tortur“: „Man wird mit mir anstellen, was man will.“

Die Sonderausstellung mit dem Namen „Ausgestopfte Juden?“ beschäftigt sich mit der Frage „Was ist jüdisch?“. Es wird die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft jüdischer Museen thematisiert. Es wird gefragt, was ein jüdisches Museum ausstellen sollte. Dieser Frage kann man noch bis zum 19.03.2023 nachgehen.

Das Jüdische Museum befindet sich mitten im jüdischen Viertel in Hohenems in der Schweizer Straße 5. Vom Bahnhof Hohenems aus ist es zu Fuß in ungefähr zehn Minuten zu erreichen. Anreisende, die den Bus nehmen, steigen am besten bei der Station Schlossplatz aus.

Luca Längle

www.jm-hohenems.at

 

Carl-Lampert-Archiv, Feldkirch

Im Rahmen des Wahlpflichtfachs Kulturvermittlung bekamen wir Schüler die Möglichkeit, während der ORF Langen Nacht der Museen Ausstellungen zu besuchen und über eine davon einen kurzen Bericht zu schreiben.

Ich entschied mich für das Carl-Lampert-Forum in Feldkirch, welches momentan einiges zu bieten hat. Die Ausstellung besteht zurzeit aus drei Teilen: einer Aufbereitung des Lebens von Georg Peter Schelling – Vorarlberger Priester, Autor und Gegner des Nationalsozialismus –, einer Reihe an Exponaten zur Corona-Pandemie und natürlich dem eindrucksvollen und detaillierten „Hauptstück“ – der Ausstellung zu Carl Lampert, welcher genau wie Schelling auch Geistlicher und Regimefeind gewesen ist.

Man merkte, dass die Einrichtung auf eine besondere Nacht vorbereitet war: Eine nette Dame ging voller Enthusiasmus und Elan auf jede Frage zur Ausstellung ein und für Essen sowie Trinken war ebenfalls gesorgt.

Carol Prantner

https://www.kath-kirche-vorarlberg.at/organisation/archiv/carl-lampert-archiv

 

Herzlichen Dank an Julia Weger, WEGWEISER – Büro für nachhaltige Ideen, im Rahmen der ORF Lange Nacht der Museen