Wozu Menschen fähig sind und was sie einander antun können, erfuhren die Schüler:innen der 4. Klassen am 28. Mai 2026 bei einer Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Dachau. Dort hatten die Jugendlichen die Gelegenheit, an einem Zeitzeugengespräch sowie an einer Führung teilzunehmen, die ihnen noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Das Konzentrationslager Dachau, etwa 20 Kilometer nördlich von München gelegen, war das erste Konzentrationslager der Nationalsozialisten. Es wurde bereits im März 1933 – kurz nach der Machtergreifung – errichtet. Dort und in den dazugehörigen Außenlagern waren bis zu seiner Befreiung durch amerikanische Truppen im April 1945 insgesamt rund 200.000 Menschen inhaftiert, von denen etwa 41.500 ums Leben kamen.
Zu den Überlebenden gehört Abba Naor. Der heute 98-Jährige berichtete eindrucksvoll vom Schicksal seiner Familie, litauischer Juden. Bald nach dem Einmarsch deutscher Truppen wurde die Familie ins Ghetto Kaunas gezwungen, später verschleppten die Nationalsozialisten sie in verschiedene Lager. Abba Naor überlebte diese sowie einen Todesmarsch und traf nach seiner Befreiung als inzwischen 17-Jähriger seinen Vater in einem DP-Lager in München wieder. Seine Mutter und seine beiden Brüder hatten den Holocaust nicht überlebt. Mucksmäuschenstill lauschten unsere Schüler:innen den Worten von Herrn Naor und waren sichtlich bewegt von seiner Lebensgeschichte.
Bei der anschließenden Führung lernten die Jugendlichen mehr über den Lageralltag in Dachau. Dieser war von schwerer körperlicher Arbeit, allgegenwärtigem Hunger, entwürdigender Behandlung und permanenter Angst, ermordet zu werden, geprägt. Die Jugendlichen zeigten großes Interesse, arbeiteten engagiert mit, stellten viele Fragen und waren sich am Ende des Tages einig: Es ist wichtig, sich an die Vergangenheit zu erinnern – und alles dafür zu tun, um zu verhindern, dass sich solch schreckliche Verbrechen wie zur Zeit des Nationalsozialismus wiederholen.
Wir bedanken uns herzlich beim Elternverein, bei der Bildungsdirektion Vorarlberg sowie bei der Österreichischen Agentur für Bildung und Internationalisierung für die großzügige finanzielle Unterstützung, die diese Fahrt möglich gemacht hat.
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