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26.05.2020 16:16 Alter: 156 days

Ein Blick in die Zukunftsforschung – Die Welt nach Corona


Im Fach „WPG Theorie und Praxis des sozialen Lernens“ stellte uns Prof. Gau zwei bekannte Zukunftsforscher vor, die interessante Einblicke in die Welt nach Corona gewähren. 

Reflexion von Belinda Müller, 7c-Schülerin des WPGs:

 

1. Zukunft heute – Harry Gatterer

Er schildert, dass man zuerst ein Gesamtbild braucht, um verstehen zu können, wie alles zusammenhängt. Die Teilinformationen, die jeder von uns hat, helfen uns nur, den nächsten Tag einzuschätzen. Das macht die Entscheidungen schwieriger. Denn jede Prognose ist nur eine Prognose. Die muss man aber ernst nehmen und die eigenen Möglichkeiten, wie man agieren kann, wahrnehmen. Dabei hilft es, einmal aufzuzeichnen, mit wem man alles Kontakt hat. Dieses Verständnis von Korrelationen hilft Zusammenhängen und Sichtweisen zu verstehen. Die Ängste und Sorgen sind nicht gleichmäßig verteilt, denn manche sind deutlich weniger betroffen von der Gefahr. Wenn man die Zusammenhänge versteht, trifft man auch solidarische Entscheidungen.

Es ist die Zeit, sich zu sortieren und zu überlegen, welche Dinge sind wirklich wichtig und wie kann ich mich auf diese Situation einlassen. Wir brauchen eine gute Infrastruktur, Menschen, die entsprechend ausgebildet sind, und Informationsstrukturen, um mehr Resilienz zu erzeugen.

Laut Gatterer benötigt es vier Dinge, um sich mit der Zukunft zu beschäftigen:

  1. Gelassenheit
  2. Systemisches Denken
  3. Eigene Wirksamkeit
  4. Zukunftsoptimismus

 

2. Vier Zukunftsszenarien – Matthias Horx

Wir erfuhren im Unterricht, welche vier Zukunftsszenarien es geben könnte. Welche Entwicklungen können wir erwarten? Wie wird das Virus unsere Kulturtechniken, Werte und Konsummuster, unsere Gesellschaft verändern? Das Zukunftsinstitut rund um Matthis Horx hat aufgrund der Corona-Krise vier Zukunftsszenarien entwickelt.

Die totale Isolation: Der Staat schürt Ängste oder verknappt künstlich Lebensmittel zur Sicherheit der Bürger/innen. Menschen ziehen von der Stadt aufs Land. Exotische Früchte werden im Inland angebaut. Es gibt ein Verbot von Versammlungen mit über 10 Personen.

System-Crash: Es herrscht ein dauernder Spannungszustand. Es kommt zu einer Globalisierung und in Global Citys ist die Spannung deutlich zu spüren. Die Entwicklung von künstlicher Intelligenz wird vorangetrieben und Cybercrime nimmt zu. Die Privatsphäre wird minimiert und Digital Health und Überwachung der Vitalwerte werden zur Norm. Der Staat verfügt über die persönlichen Gesundheitsdaten.

Neo-Tribes: Es kommt zu einer Wir-Kultur und Bildung von neuen Gruppen. Die Menschen ziehen sich ins Private zurück. Nachbarschaftshilfe sowie Vorräte zu teilen und zu tauschen wird betrieben. Die Menschen ziehen vermehrt aufs Land. Öffentliche Verkehrsmittel werden nicht mehr genutzt, sondern Fahrrad oder E-Roller. Es kommt zur Regionalisierung, traditionelles Handwerk blüht auf. Neue Arbeitstrends werden vorangetrieben. Home-Office ist nicht mehr wegzudenken.

Adaption: Die Gesellschaft entwickelt resiliente, adaptive Systeme. Es kommt zur Selbstreinigung der Märkte und neuen Konsummustern. Regionale Produkte werden großgeschrieben. Es gibt ein Gleichgewicht von lokalem und globalem Handel sowie gesünderen Wirtschaftssystemen. Ein Gesundheitsverständnis wird wahr und die Gesundheit wird ganzheitlich betrachtet, um eine gesunde Umwelt für alle zu schaffen. Es wird eine globale Gemeinschaft, globale Identität, Solidarisierung und Wir-Kultur sowie künstliche Intelligenz, resiliente und adaptive Gesellschaft geben.

vgl. Matthias Horx: Die Welt nach Corona. Eine Studie. Mai 2020.

 

Meiner Meinung nach ist es schwer einzuordnen, welches Zukunftsszenario das Beste wäre. Mehr auf regionale Produkte zu achten und nicht mehr so viel vom Ausland zu importieren, fände ich super, weil man dadurch auch die lokalen Kleinbauern unterstützt. Die Überwachung vom Staat finde ich hingegen schrecklich. Jeder Mensch braucht seine Privatsphäre und sollte nicht alle Daten über sich dem Staat preisgeben. Würde das in der Zukunft so sein, fände ich es sehr schlimm.

Beitrag von Belinda Müller, 7c, Schülerin des WPG „Theorie und Praxis des sozialen Lernens“